Unterwegs

für unsere Kunden
Lekkerland UNTERNEHMENSMAGAZIN 2016
Zum Geschäftsbericht 2016
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LEKKERLAND
AUF EINEN BLICK

Rund 4.800 Mitarbeiter
Rund 90.000 Verkaufspunkte in 6 Ländern.
13 Mrd. € Umsatz 2016.
Lekkerland Shop

UNSERE ZIELVORSTELLUNG

Lekkerland ist der bevorzugte 360-Grad-Konzeptanbieter für alle Kanäle der Unterwegsversorgung und alle Aspekte des Convenience-Geschäfts. Der Erfolg unserer Kunden ist unsere Motivation.

Unser Anspruch

360-Grad-Service

Das Jahr 2016 war ebenso abwechslungsreich wie erfolgreich. Im Interview berichtet der Vorstand über Herausforderungen und Highlights.
Herr Steppe, Sie haben Ende 2016 den Vorstandsvorsitz übernommen. Wie haben Sie die ersten Monate als CEO erlebt?
P A T R I C K  S T E P P E _ Ich kenne Lekkerland seit vielen Jahren. Die erste Zeit als Vorstandsvorsitzender war dennoch sehr spannend und neu. Wichtig war mir vor allem, den Mitarbeitern zu zeigen, dass sich durch den Wechsel nicht alles verändern wird. Allerdings werden wir unsere Kunden, ihre Bedürfnisse und Anforderungen noch stärker in den Fokus stellen. Insgesamt ist Lekkerland gut aufgestellt, das zeigt auch das Ergebnis des letzten Jahres.
Wie genau sieht denn das Ergebnis 2016 aus?
E D G A R  L A N G E _ Aus finanzieller Sicht ist das Jahr 2016 gut verlaufen. Wir konnten unseren Umsatz auf 13 Mrd. Euro steigern und auch den Rohertrag und das operative Ergebnis weiter erhöhen.
Was waren aus Ihrer Sicht die Highlights des letzten Jahres?
P A T R I C K  S T E P P E _ Es ist gar nicht so leicht, hier einzelne Punkte rauszustellen, denn wir haben 2016 viel erreicht. Für mich war die Eröffnung der ersten Teststores unseres ganzheitlichen Shopkonzepts Frischwerk in Deutschland ein echtes Highlight. Auch die vielen Kundenverträge, die wir europaweit neu schließen oder verlängern konnten, sprechen für sich. Hervorzuheben ist hier der internationale Rahmenvertrag mit Shell.
Patrick Steppe

PATRICK STEPPE Chief Executive Officer (CEO)

Verantwortlich für die Bereiche Strategie, Business Development, Vertrieb / Marketing, Einkauf, Category Management, Human Resources (HR) und Kommunikation sowie die Führung aller Landesgesellschaften der Lekkerland Gruppe

E D G A R  L A N G E _ Der Start unseres IT-Projekts Become One in der Schweiz! Hier hat mich vor allem die enge Zusammenarbeit der Kollegen aller Länder sowie das hohe Engagement jedes Einzelnen beeindruckt. Auch die Übernahme des Kundenstamms der Contadis in der Schweiz war 2016 ein wichtiger strategischer Schritt.

K A Y  S C H I E B U R _ Aus meinem Bereich ist vor allem die Eröffnung des fünften Vollsortimentlagers in Mannheim, Deutschland, hervorzuheben, ein strategischer Lückenschluss. Auch die Erweiterung des Tiefkühlbereichs in Quer, Spanien, ermöglicht uns weiteres Wachstum. Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit waren 2016 die Niederländer mit der Erreichung des Lean & Green 2nd Star Awards.

Was sind die Fokusthemen des Jahres 2017?
P A T R I C K  S T E P P E _ Der Kunde im Mittelpunkt – darauf konzentrieren wir uns. Wir wollen Lösungen bieten, die es unseren Kunden ermöglichen, im Wettbewerb zu bestehen. Wir möchten ihre Shops noch attraktiver für Konsumenten und damit noch erfolgreicher machen. Konkret bedeutet dies zum Beispiel, dass wir weiter einen Fokus auf Shopkonzepte wie Frischwerk legen. Auch Foodservice-Trainings weiten wir aus. All diese Aktivitäten lassen sich mit zwei Worten zusammenfassen: „Retail Enablement“.
DR. EDGAR C. LANGE

DR. EDGAR C. LANGE Chief Financial Officer (CFO)

Verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Controlling, Treasury, Recht, Revision, Risikomanagement / Internes Kontrollsystem (IKS), IT und Mergers & Acquisitions (M&A)

Ist damit eine Anpassung der Unternehmensstrategie ”Convenience 2020“ verbunden?

P A T R I C K  S T E P P E _ Wir bewegen uns in einem sehr dynamischen Umfeld, Veränderungen sind die Regel. „Convenience 2020“ ist und bleibt die Strategie, die wir gemeinsam verfolgen. Jedoch werden wir in den kommenden Jahren neue Schwerpunkte setzen, um den Entwicklungen der Branche gerecht zu werden. Dabei konzentrieren wir uns auf Lösungen für den Einzelhandel. Denn für unsere Kunden möchten wir der 360-Grad- Konzeptanbieter sein.

Lekkerland wird sich also weiter verändern?
K A Y  S C H I E B U R _ Seit ich 2002 bei Lekkerland begonnen habe, hat sich das Unternehmen stetig verändert. Und das ist auch gut so. In Zukunft werden wir uns zum Beispiel noch intensiver mit Themen wie der Digitalisierung beschäftigen. Ein weiteres Beispiel sind neue logistische Lösungen, die sich aus der steigenden Nachfrage nach frischen und superfrischen Produkten ergeben.
Welches Ergebnis erwarten Sie für 2017?
E D G A R  L A N G E _ Das Jahr 2017 wird von zwei Entwicklungen maßgeblich beeinflusst. Die mengenmäßige Marktentwicklung bei Tabakwaren ist in unseren Kernmärkten rückläufig. Zudem wird ein Großkunde in Deutschland seine Geschäftsbeziehung mit Lekkerland in Teilen reduzieren. Dem stehen einige Wachstumsinitiativen sowie Programme zur Kostenreduzierung gegenüber. Insgesamt erwarten wir daher ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.
KAY SCHIEBUR

KAY SCHIEBUR Chief Supply Chain Officer (CSCO)

Verantwortlich für die Bereiche Logistik, Bestandsmanagement, Qualität und Corporate Responsibility (CR)

Weiter geht’s!

Unsere Kunden mit 360-Grad-Dienstleistungen zu überzeugen, das ist unser Ziel. Daher steht Lekkerland im engen Austausch mit seinen Kunden und bietet maßgeschneiderte Lösungen an. 2016 ist es uns gelungen, zahlreiche Verträge zu verlängern und neue Kunden zu gewinnen.
Österreich

Der österreichischen Landesgesellschaft ist es gelungen, den ehemaligen Kunden Eni Austria GmbH zurückzugewinnen. Seit März 2016 werden alle Stationen der Mineralölgesellschaft mit dem gesamten Sortiment beliefert. Zudem hat Lekkerland ein spezielles Extranet für die Stationen entwickelt, das zum Beispiel über aktuelle Aktionen informiert.

Belgien

In Belgien haben im Jahr 2016 verschiedene Kunden ihre Verträge mit Conway verlängert, darunter zwei Mineralölgesellschaften. Beide werden mit dem gesamten Conway Sortiment beliefert. Zudem wurden mit verschiedenen Einzelhändlern Verträge für Tabakprodukte verlängert.

Deutschland

In Deutschland hat die Mineralölgesellschaft Total den Vertrag mit Lekkerland, der Ende 2016 ausgelaufen ist und die Belieferung von mehr als 1.000 Stationen umfasst, verlängert. Auch die rund 270 Tankstellen der OMV werden weiterhin von Lekkerland beliefert.
Zugleich hat sich die Mineralölgesellschaft Aral entschieden, bis Mitte 2018 die knapp 1.300 Aral-eigenen Stationen auf einen neuen Partner – eine Retail-Marke – umzustellen. Die 600 freien Aral-Tankstellen, die Lekkerland ebenfalls beliefert, sind nicht betroffen.
Frühzeitig verlängert hat hingegen AVIA. Der Vertrag umfasst die Belieferung der rund 700 Servicestationen wie auch die Optimierung einer Vielzahl der Shops.
Auch ein großes Unternehmen der Unterwegsversorgung hat die Zusammenarbeit mit Lekkerland in Deutschland verlängert. Bis Ende 2024 wird Lekkerland die Sortimente Tabakwaren, Getränke, Süßwaren, Non-Food und e-va liefern. Ein neuer Vertrag wurde mit dem Online-Versandhändler Amazon geschlossen, der nun etwa 2.600 Lekkerland Artikel gelistet hat.

Weiter geht’s!

Frische Produkte werden möglichst umweltschonend gelagert und transportiert.

Schweiz

Die schweizerische Landesgesellschaft konnte zwei regionale Mineralölgesellschaften für sich gewinnen. Darüber hinaus haben Lekkerland und die ­Store Service AG einen Rahmenliefervertrag vereinbart. Die rund 80 Shops werden mit Tabak- und Süßwaren, Food, Getränken, Non-Food und e-va beliefert.

Niederlande

In den Niederlanden haben verschiedene Kunden ihre Verträge mit Lekkerland verlängert. Dazu zählt die Warenhauskette HEMA, die für weitere drei Jahre auf Lekkerland vertraut. Die Zusammenarbeit wird seit 2004 kontinuierlich ausgeweitet – heute liefert Lekkerland das gesamte Lebensmittelsortiment von HEMA, mit Ausnahme von Backwaren.

Spanien

Unsere spanische Landesgesellschaft hat Verträge mit Restaurantketten, Serviceversorgern für Reisende und Tankstellen, die 70 Prozent des Volumens 2016 ausmachten, verlängert und neue Verträge geschlossen. So vertraut eine große Quick Service Restaurant-Kette für weitere sechs Jahre auf das Supply-Chain-Management von Conway. Auch das Supply-Chain-Management eines großen Energieunternehmens übernimmt Conway für weitere drei Jahre. Dazu gehört die Belieferung von rund 900 Shops.

Von besonderer Bedeutung ist die Verlängerung des Vertrags mit der Mineralölgesellschaft Shell auf internationaler Ebene.

2.500 Stationen des Shell-Konzerns

Der Rahmenvertrag umfasst die Belieferung aller 2.500 zum Shell-Konzern gehörenden Stationen durch Lekkerland beziehungsweise Conway in Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Shell hat Lekkerland für fünf weitere Jahre sein Vertrauen ausgesprochen.

HAUSAUFGABEN? SIND GEMACHT!
Modernste Logistik, die die Kundenbedürfnisse erfüllt und zugleich nachhaltig ist? Für Lekkerland kein Problem.

So wurde 2016 in Bobenheim-Roxheim, Deutschland, das bundesweit fünfte Vollsortimentslager für alle Temperaturbereiche in Betrieb genommen. Der Neubau, in dem eine innovative, umweltschonende Kühltechnik eingesetzt wird, bündelt Lager- und Transportkapazitäten, die bislang auf vier Standorte verteilt waren. Fahrten zwischen den Standorten von rund 90.000 Kilometern jährlich werden so eingespart.

In Quer, Spanien, wurde das Logistikzentrum um einen weiteren Anbau im Tiefkühlbereich ergänzt. „Damit reagieren wir auf die stetig steigende Nachfrage unserer Kunden nach tiefgekühlten Produkten“, erläutert Geschäftsführer Pedro Giménez.

Auch Österreich kann mit Neuheiten aufwarten. In Ternitz wurde eine Trockeneis-Füllanlage errichtet, die Tiefkühl-Isotainer mit Trockeneis befüllt. „Das verwendete CO2 ist ein Abfallprodukt der Industrie und wird im Sinne der Umweltschonung nochmals genutzt“, so Geschäftsführer Emmanuel Fink.

In Sachen Nachhaltigkeit überzeugt Lekkerland Niederlande auf ganzer Linie. Nach dem Gewinn des Lean & Green Star Awards in 2014 konnte die Jury in 2016 auch von der konsequenten Weiterentwicklung der Maßnahmen zur CO2-Senkung überzeugt werden. Resultat: der Lean & Green 2nd Star Award für Lekkerland Niederlande.

Gelebte Innovation

Akquisitionen, Projekte zur Prozessoptimierung, Entwicklung neuer Konzepte und Produkte – Lekkerland verändert sich. Kontinuierlich. Beispiele dafür gibt’s genug.
”So etwas wie den Wunschgutschein gab es bislang nicht.“

Wie entstehen die Ideen für neue e-va Produkte?
Unsere Neuheiten greifen Trends aus den unterschiedlichsten Bereichen auf. Besonders spannend sind derzeit der Finanz- und der Gaming-Sektor, der Bereich Sportwetten und natürlich die Mobilfunkbranche. Teilweise entstehen die Ideen für neue Produkte bei Lekkerland; in anderen Fällen kommen Start-ups oder etablierte Unternehmen auf uns zu.


Welche Neuheit war 2016 besonders innovativ?
Der Wunschgutschein. Damit können die Beschenkten in mehr als 500 Online-Shops einkaufen. Zudem erhält der Käufer direkt eine Grußkarte und einen Briefumschlag. Ein solches Produkt gab es bislang nicht – und es bietet eine optimale Lösung für das Dilemma des geringen Platzes am Point of Sale in Tankstellen und Convenience-Stores. Mit diesem Gutschein sind ganz viele Online-Shops dort vertreten. Im Weihnachtsgeschäft war der Wunschgutschein der Renner.

Was macht den Finanzsektor so interessant für e-va?
Viele Menschen haben Sorge, dass Zahlungen im Internet nicht sicher sind. Daher wächst die Nachfrage nach Prepaid-Bezahlkarten von Jahr zu Jahr besonders stark. Ebenfalls interessant sind Dienstleistungen wie die unseres neuen Partners MoneyGram, die sich an Verbraucher wenden, die einfach, schnell, sicher und ohne Bankkonto oder Kreditkarte Geld ins Ausland verschicken wollen. Mit dieser Kooperation können unsere Kioskkunden erstmalig eine Geldtransfer-Dienstleistung anbieten – und etablierten Formaten damit Konkurrenz machen.

Veith Huxohl

Interview mit Veith Huxohl
Head of Product Management Corporate electronic value bei Lekkerland in Deutschland

Wunschgutschein
SCHNELLER, FLEXIBLER, KUNDENFREUNDLICHER:
Neue IT-Lösungen sind auf dem Vormarsch.

Become One – so heißt das Projekt zur Modernisierung der Geschäfts- und IT-Prozesse bei Lekkerland. Im Jahr 2016 liefen die Vorbereitungen für die Umstellung der Schweizer Landesgesellschaft auf Hochtouren, Kollegen aller Länder waren involviert. Mit Erfolg: Anfang Januar 2017 ist Become One in der Schweiz ohne größere Probleme live gegangen. Weitere Länder werden folgen.
Mit der Einführung von Become One wurden zudem in allen Ländern rund 1.700 MDE-Geräte – Mini-Computer zur mobilen Datenerfassung – mit einer neuen Software ausgestattet. Über sie können Kunden schnell und unkompliziert bei Lekkerland bestellen.

1.700
MDE-Geräte wurden mit einer neuen Software ausgestattet.
Investiert wurde im Jahr 2016 zudem in die Netzwerke der Gruppe, damit neue Anwendungen stabil und mit hoher Performance funktionieren. Mit diesem Schritt hat Lekkerland beispielsweise die Voraussetzungen für moderne Cloud-Lösungen geschaffen.
Die Vorteile der digitalen Transformation liegen auf der Hand: Die Arbeitsumgebung von Lekkerland ist noch besser an die Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst, gleichzeitig können wir für unsere Kunden noch schneller agieren.

Neue IT-Lösungen sind auf dem Vormarsch.
Der Stolz der Mitarbeiter: ”High Five”

Sie haben ein Programm mit Namen “High Five“ zur besseren Zusammenarbeit eingeführt. Was ist das?
High Five ist ein kontinuierliches Optimierungsprogramm. Wir nutzen Management-Werkzeuge, die unser tägliches Arbeiten nachhaltig verbessern. Herzstück sind unsere Mitarbeiter: Sie wissen am besten, wo man Dinge verbessern kann.


Wie sieht das konkret aus?
Wir fordern Mitarbeiter auf, Verbesserungspotenziale zu melden, und schulen sie darin, selbst nach Lösungen zu suchen und diese umzusetzen. So gibt es jeden Morgen 5-Minuten-Meetings, in denen wir den Vortag besprechen und überlegen, was wir heute besser machen. Wir bieten Arbeitsgruppen an, in denen Mitarbeiter vorhandene Probleme selbst diskutieren und Lösungen erarbeiten. Dies sind nur zwei Beispiele einer langen Liste.

Das klingt so einfach. Ist das alltagstauglich?
Wir haben das Programm 2015 eingeführt und es seither mithilfe unserer Mitarbeiter über die gesamte Operations-Abteilung in den Niederlanden hinweg Stück für Stück ausgebaut. Sie sind sehr stolz, dass ihre Ideen sichtlich zur Verbesserung beitragen. Ein Beispiel: Wir konnten die Produktivität im letzten Jahr um gut 6% steigern – verglichen zu 2014, bevor wir High Five eingeführt hatten.

High Five Roy Smolders

Kurzinterview mit Roy Smolders,
Leiter des Logistikzentrums in Son, Niederlande

WACHSTUM DURCH ZUKAUF:

Integration von Contadis in der Schweiz

  1. 1 DEZEMBER 2015:
    Vereinbarung: Lekkerland Schweiz wird Kundenstamm und Warenbestände von Contadis übernehmen
  2. 2 FEBRUAR 2016:
    Grünes Licht: Schweizer Wettbewerbskommission stimmt Geschäft zu
  3. 3 FRÜHJAHR 2016:
    Teams aller Abteilungen bereiten Integration intensiv vor
  4. 4 JULI 2016:
    Start der Belieferung der ehemaligen Contadis-Kunden durch Lekkerland: Aus 1.600 werden knapp 4.000 Kunden

GLEICHE GRÖßE ‐ VIEL MEHR INHALT
Logistische Herausforderungen für Lekkerland Schweiz: Zu den bisherigen 700 Tabakartikeln kamen 400 neue hinzu, die gelagert und kommissioniert werden mussten. Dafür fehlte im Logistikzentrum in Brunegg der Platz. Die Lösung: die Erweiterung der Mezzanine-Ebene, die die Lagerfläche im Tabakbereich verdoppelt und die Gesamtlagerfläche somit um knapp 10 Prozent erweitert hat.

Noch mehr Transformation ...

Auch im Jahr 2016 wurden in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland die Programme zur Förderung des Wachstums und zur Verbesserung der Profitabilität konsequent – und erfolgreich – weiterverfolgt. In Deutschland wurde zudem eine neue Führungsstruktur umgesetzt, die beispielsweise eine engere Verzahnung von Einkauf, Trade Marketing und Vertrieb fördert. In Österreich hat sich der Bereich Einkauf neu aufgestellt.

Unterwegs mit Anna

Die Menschen in Europa versorgen sich immer häufiger unterwegs. Rund 80 Prozent kaufen Essen und Trinken zum Verzehr außer Haus. Während in der Vergangenheit oft Konsumententypen analysiert wurden, spricht man heute immer häufiger vom situationsbezogenen Konsum: Der Alltag der Menschen und die Bedürfnisse der jeweiligen Situation bestimmen die Versorgung unterwegs. Dabei werden die Kanäle ausgewählt, die zur aktuellen Situation und dem Bedarf passen. Beispiel gefällig? Anna ist 41 Jahre alt, hat zwei Kinder, arbeitet bei einer Versicherung und lebt am Rand einer Großstadt. Und so versorgt sie sich unterwegs:

Montag 7:30 Weg zur Arbeit. Tankstelle. Einkauf: Brötchen mit vegetarischem Aufstrich und Cappuccino.

Mittwoch 13:00 Kurz vor einem Termin. Kantine. Einkauf: Nudelgericht und Wasser.

Donnerstag 17:00 Kinder von der Tagesmutter abholen. Tankstelle. Einkauf: Benzin und ein Geschenkgutschein.

Samstag 10:00 Ausflug zu den Verwandten. Raststätte. Einkauf: Hörspiel und Nüsse.

Sonntag, 13:00 Familienausflug. Kiosk im Tierpark. Einkauf: Eis.

Die Stimme der Konsumenten

Die Stimme der Konsumenten
Was Konsumenten wirklich wollen, erklären Lekkerland Marktforscher Dennis Schulze und die Marketing-Expertin Prof. Dr. Sabine Benoit im Interview.

Welche Erwartungen haben Konsumenten heute an Convenience-Shops?
SCHULZE_ Vor 25 Jahren waren Schokoriegel das Highlight an der Tankstelle. Heute erwarten Konsumenten unterwegs auch eine Auswahl an frischen Snacks, Backwaren oder Kaffeespezialitäten. Eine einladende Atmosphäre und serviceorientierte Mitarbeiter sind ebenso wichtig. All diese Aspekte – und einige mehr – haben wir in den neuen Frischwerk-Testshops berücksichtigt. Dass wir die Erwartungen dort sogar übertreffen, zeigen die Reaktionen der Kunden, die den Shop zum ersten Mal betreten.


Das heißt, Verbraucher möchten überall Produkte wie im Frischwerk kaufen können?
BENOIT_ Nicht unbedingt. Generell gibt es einen Trend hin zu mehr Qualität und Frische, der sich auch in den Testshops wiederfindet. Im Detail muss aber jeder Shop die Produkte auswählen, die bei ihm vor Ort nachgefragt sind, und hier kommt auch zum Tragen, welcher Wettbewerb sich in unmittelbarer Nähe der Tankstelle befindet. Hinzu kommt, dass die Bedürfnisse einzelner Konsumenten sehr unterschiedlich sein können, je nach aktueller Situation (siehe Kasten links). Als Shopbetreiber muss man sich daher immer fragen: Welche Wünsche der Konsumenten kann und will ich erfüllen – und welche eben nicht?


Wie werden sich die Verbraucherwünsche künftig verändern?
BENOIT_ Ein Trend ist sicherlich Functional Food. Frische, hochwertige Lebensmittel und Getränke mit gewissem Zusatznutzen gewinnen im Unterwegskonsum an Bedeutung. Dazu zählen etwa Smoothies, die eine Portion Obst ersetzen, probiotische Joghurtshakes, Limonaden mit entspannender Wirkung oder convenient verpackte Nüsse, die schnell Energie liefern.
SCHULZE_ Das 2016 eingeführte Obst-Modul von Lekkerland Niederlande ist ein gutes Beispiel hierfür. Die frischen Früchte und gesunden Snack-Alternativen sind vor allem bei Frauen der Renner.


Wie sieht es mit der vielfach diskutierten Digitalisierung aus?
SCHULZE_ Kundenansprache wird künftig immer individueller und fokussierter werden. Digitale Lösungen sind oft ein Weg, dies zu erreichen. In unseren Teststores arbeiten wir beispielsweise schon mit digitaler, tageszeitabhängiger Werbung und digitalen Preisschildern. Im nächsten Schritt wird es darum gehen, zukünftige Kundenbedarfe noch zielgerichteter vorherzusagen und die Ansprache darauf abzustimmen.


Gehört die Ansprache via Social Media künftig auch zum Standard?
BENOIT_ Sicher werden in Zukunft mehr Shopbetreiber eine lokale Community im Social Web aufbauen und dort Angebote und Neuheiten kommunizieren, um die Kundenbindung zu stärken. Immer anspruchsvollere und stärker ausdifferenzierte Kundensegmente erlauben es vor allem kleineren Anbietern, ein besonderes Profil zu entwickeln und so bestimmte Kundengruppen gezielt anzusprechen und profitabel zu bedienen.

PROF. DR. SABINE BENOIT

PROF. DR. SABINE BENOIT,
Professorin für Marketing an der Surrey Business School

Dennis Schulze

DENNIS_SCHULZE,
bei Lekkerland für das Thema Marktforschung verantwortlich

Frische und gesunde Snacks sind unterwegs gefragt.

Frische und gesunde Snacks sind unterwegs gefragt.

Immer beliebter: Smoothies.

Immer beliebter: Smoothies.

WAS KONSUMENTEN WIRKLICH WOLLEN
Die Niederländer trinken durchschnittlich knapp 120 Liter Kaffee pro Jahr, die Deutschen etwa 162 und bei den Österreichern sind es sogar mehr als 170 Liter jährlich. Fest steht: Kaffee ist beliebt. Aber nicht irgendein Kaffee. Gut zubereitet und qualitativ hochwertig muss er sein. Auch der schnelle Kaffee unterwegs, etwa von der Tankstelle.

In Deutschland kauft jeder Dritte regelmäßig Kaffee an der Tankstelle. Dabei lobt ein Großteil der Konsumenten sowohl die Qualität als auch den Geschmack des Kaffees. Am beliebtesten ist dort die italienische Kaffeemarke Lavazza.

„Verbraucher erwarten heute, dass sie an einer Tankstelle eine Auswahl hochwertiger Kaffeespezialitäten finden“, sagt Leonie ­Effertz, Manager Kaffeeentwicklung bei Lekkerland. „Wir wissen, dass sich Qualität durchsetzt, und bieten deshalb maßgeschneiderte Kaffeesysteme mit gleichbleibend guter Kaffeequalität an.“

Zu den Rundum-sorglos-Kaffeelösungen gehören:
  • Kaffee
  • Kaffeemaschinen
  • Becher, Servietten, weiteres Zubehör
  • Preisschilder, Promotionkonzepte, Schulungen
  • Wartungsverträge
  • Rundum-Service-Pakete
  • Kaffeemöbel
Hochwertiger Kaffee ist auch unterwegs beliebt.

Hochwertiger Kaffee ist auch unterwegs beliebt.

Frisch aufgetankt

Das neue Testkonzept für Tankstellenshops von Lekkerland Deutschland kann sich sehen lassen: Frisches Brot, knackige Salate und Café-Atmosphäre locken Kunden ins Geschäft.

Schalter ein, Schalter aus – Nathan Catalano testet noch einmal alle Systeme. In wenigen Stunden betreten die ersten Kunden den neuen Shop von Ludwig Dalacker & Sohn in Aalen bei Stuttgart. Sieben Wochen dauerte es vom Abriss des alten Tankstellenladens bis zum neuen Shop. Auf die Frage, was das Geschäft von anderen Tankstellen unterscheidet, schmunzelt der 37-Jährige. „Alles“, sagt er.
Der Shop von Ludwig Dalacker & Sohn unter der Leitung von Nathan Catalano ist eine der beiden ersten Pilotstationen des neuen Konzepts von Lekkerland Deutschland. Der zweite Teststore befindet sich in einer Esso-Tankstelle in Hamburg. Unter der Marke „Frischwerk“ bieten die Shops Bäckerei, Café und Frischebar in einem – neben dem klassischen Tankstellensortiment.

„Um die Zukunft der Tankstellenshops langfristig zu sichern, wollen wir sie als erste Anlaufstelle für hochwertige Unterwegsversorgung und attraktive Serviceleistungen etablieren“, sagt Frank Fleck, Leiter Strategie und Geschäftsentwicklung bei Lekkerland.


Wow-Effekt inklusive
„Jedem Kunden, der den Shop zum ersten Mal betritt, ist der Wow-Effekt anzumerken“, erzählt Ina Poulus, Convenience Retail Manager bei Esso Deutschland, von den ersten Erfahrungen mit dem Teststore. Highlight des Shopkonzepts ist die für sich stehende Bäckerei, die „Backschmiede“. Dieser Bereich ist räumlich und personell vom klassischen Tabak- und Kraftstoffverkauf einer Tankstelle getrennt.

Frisch aufgetankt

Nathan Catalano von Ludwig Dalacker & Sohn ist stolz auf den neuen Shop seiner händlergeführten Aral-Tankstelle in Aalen.

360-Grad-Frische
„Konsumenten erwarten heute, dass sie auch in Tankstellen hochwertigen Cappuccino, frische Snacks, Salate und kleine warme Mahlzeiten bekommen. Und zwar in einer modernen und ansprechenden Atmosphäre“, sagt Frank Fleck. Längst sind Tankstellen zur Anlaufstelle für den täglichen Bedarf geworden. Mehr als die Hälfte des Einkommens eines Tankstellenbetreibers wird im Shop erwirtschaftet. Darum hat Lekkerland dieses umfassende Shopkonzept für Tankstellenbetreiber entwickelt: um Attraktivität, Profit und Wettbewerbsfähigkeit der Shops langfristig zu steigern. „Unser Ziel ist eine 360-Grad-Versorgung unserer Kunden. Die Lösung wird seit Ende 2016 intensiv erprobt und stetig auf Basis tiefgehender Analysen der Shopdaten und Marktforschung optimiert“, sagt Daniela Aldenhoven, Projektmanagerin des Shopkonzepts bei Lekkerland.


Ein Ort zum Verweilen
„Ob Nachbarn, Taxifahrer oder Studenten – wenige Wochen nach der Eröffnung lockt das Konzept mit seiner Wohlfühlatmosphäre, den frischen Backwaren und dem guten Kaffee immer mehr Stammkunden in den Shop, die sich für unterwegs versorgen wollen, eine kleine Auszeit im Café nehmen oder ein frisches Brot fürs Abendessen mitnehmen“, freut sich Ina Poulus von Esso.

Und ein Taxifahrer, der gerade im Shop in Hamburg seinen Kaffee genießt, ergänzt: „Sich bei der Tanke mit einem Snack zu versorgen, spart Zeit. Aber es soll auch gut sein. Und das hier ist richtig gut.“ Eigentlich wollte er nur Benzin nachfüllen, die gemütliche Atmosphäre hat ihn aber zu einem längeren Zwischenstopp verleitet. Darum bestellt er auch noch ein Mittagsangebot, das gerade an einer der digitalen Anzeigetafeln beworben wird.


Auf Hochtouren
Bei Nathan Catalano arbeitet derweil die Kaffeemaschine auf Hochtouren, viele Kunden nehmen dazu ein belegtes Brot mit. Catalano und sein zwölfköpfiges Team wurden intensiv für das neue Food- und Kaffeekonzept geschult. Inzwischen hat sich Routine eingestellt. „Aber keine Langeweile“, lacht er.

Ina Poulus

”Jedem Kunden, der den Shop zum ersten Mal betritt, ist der Wow-Effekt anzumerken“
Ina Poulus

FRISCHWERK – DIE HIGHLIGHTS AUF EINEN BLICK
  • Frisches, für Tankstellen neues Design
  • Attraktive Wohlfühl-Atmosphäre
  • Trennung von klassischem „Kraftstoff- und Tabak-Bereich“ vom Foodservice­Angebot
  • Auf die Station abgestimmte Sortimente
  • Komplette Bäckerei mit Kuchen, Brotlaiben, Snacks
  • Attraktives Frische-Sortiment, z. B. Salate und Wraps
  • Besondere Angebote wie „Meal Deals“ und „Bunte Becher“
  • Digitale Fokuswände mit tageszeitabhängiger Werbung
  • Zusätzliche Services, z. B. Aufladestationen für Handys im Café und freies WLAN
  • Umfassende Schulung der Mitarbeiter
  • Optimierung und Shopberatung auf Basis intensiver Datenauswertung
  • Regelmäßig aktualisierte Handbücher
Mehr Shopkonzepte sind unterwegs  ...

Nicht nur in Deutschland wurde 2016 intensiv an neuen Lösungen gearbeitet. Auch in den anderen Lekkerland Ländern wurde kräftig analysiert und konzipiert. Mehr dazu werden Sie im Laufe des Jahres 2017 erfahren.

SHOPOPTIMIERUNG BEI AVIA
Anfangs war Thomas Rehbaum, Pächter einer AVIA-Tankstelle in Kamen, skeptisch. „Ich hatte Sorge, dass der Umsatz zurückgeht.“ Im Rahmen einer Shopoptimierung hatten Experten von Lekkerland Deutschland seinen Shop und das Wettbewerbsumfeld detailliert analysiert und konkrete Verbesserungsvorschläge vorgelegt, bezogen auf Sortiment und Shopgestaltung. Einer davon: auf eine Gondel zu verzichten, um den Shop luftiger und großzügiger zu gestalten. Damit tat sich Thomas Rehbaum zunächst schwer.

Erleichtert blickt er heute auf die gute Entwicklung des Umsatzes und die positiven Reaktionen der Konsumenten seit dem Umbau. „So eine Frischzellenkur für den Shop lohnt sich.“ Regelmäßig analysiert Thomas Rehbaum mit seinem Lekkerland Ansprechpartner, wie sich die Veränderungen auswirken und an welchen Stellen möglicherweise nachjustiert werden muss.

Circa 1.200 erfolgreiche Shopoptimierungen hat Lekkerland insgesamt bis Ende des Jahres 2016 durchgeführt. In der Zusammenarbeit mit AVIA sind für 2017 verstärkte Aktivitäten im Bereich Foodservice geplant.

Von null auf erfolgreich!

Von null auf erfolgreich!

Claudia Kasperlik und Ulrike Klement auf der Terrasse vor ihrem Tankstellenshop in Huglfing.

A uf dem Fenster steht in großen Lettern „Café“, die Terrasse lädt zum Verweilen ein. Schon von außen wirkt die Tankstelle einladend. Auch innen wird schnell klar: Die CU24 in Huglfing, Deutschland, ist etwas Besonderes.

„Wir sind froh, einen Partner zu haben, von dessen Know-how wir profitieren können.“

CU, das steht für Claudia Kasperlik und Ulrike Klement, die Betreiberinnen. Vor gut zwei Jahren haben sie die Tankstelle übernommen und dafür ihre sicheren Jobs aufgegeben. „Unsere Lebenspartner haben das Gelände gekauft, um die Werkstatt nebenan zu betreiben. Und so sind wir zur eigenen Tankstelle gekommen“, erinnert sich Ulrike Klement.
Als vollkommene Neulinge haben wir schnell gemerkt, dass wir professionelle Unterstützung benötigen, etwa im Bereich Kaffee“, so Claudia Kasperlik. Mit Lekkerland haben die beiden einen Partner gefunden, der ihnen bei allen Fragen rund um das Shopgeschäft zur Seite steht.
Dass das Kaffeegeschäft nicht optimal läuft, habe ich schon bei meinem ersten Besuch gesehen“, so Bernd Kohler, Gebietsverkaufsleiter von Lekkerland. „Gemeinsam mit dem CU24-Team haben wir dann den Bedarf analysiert und eine Rundum-sorglos-Kaffeelösung implementiert, die sofort einen deutlichen Anstieg des Kaffeegeschäfts bewirkt hat.“
Wir sind froh, einen Partner zu haben, von dessen Know-how wir profitieren können“, sagt Claudia Kasperlik. Bernd Kohler bestätigt: „Auf Lekkerland können sich die beiden verlassen. Denn wir beraten unsere Kunden ganzheitlich und individuell.“

EIGENMARKEN — EIN UMSATZ­TREIBER. AUCH FÜR ERFOLGREICHE A-MARKEN. So OK

„Täglich besuchen durchschnittlich 800 Personen eine Tankstelle, doch nur die Hälfte kauft etwas im Shop. Ein Grund dafür ist häufig der Preis“, erklärt Tinneke Gies. Sie ist Geschäftsführerin von convivo, dem Eigenmarken-Kompetenzzentrum von Lekkerland, das Eigenmarken für Kunden der Gruppe bereitstellt.

Im Jahr 2016 wurde die Produktserie „SO/OK“ in Belgien, Österreich, Spanien, den Niederlanden und der Schweiz weiter ausgerollt. Die Serie umfasst Süßwaren, salzige Snacks und Getränke. Bei gewohnt hoher Qualität sind die Produkte bis zu 30 Prozent günstiger als die A-Marken. Das Konzept kommt an: „Wir verkaufen SO/OK seit etwa einem Jahr und sind sehr zufrieden, die Produkte bringen einen echten Mehrwert für unseren Shop“, berichten die Betreiber von Total Borremans im belgischen Bornem. „Ein Teil unserer Kunden kauft weiterhin die A-Marke, aber es gibt viele Konsumenten, die bewusst die Preisalternative wählen.“

Dass Eigenmarken und A-Marken sich gegenseitig stärken, ist kein Einzelfall: „Eigenmarken kannibalisieren die Markenprodukte nicht, sondern sind eine sinnvolle Ergänzung“, erklärt Tinneke Gies. „Sie helfen, bestehende Konsumenten zu halten und neue dazuzugewinnen!“

Daher wurde auch im Jahr 2016 an neuen Eigenmarken gearbeitet. Lekkerland Deutschland beispielsweise hat ultrafrische Produkte der Eigen­marke „Go Fresh“ entwickelt und getestet. Zudem wurde das Sortiment um „My Basics“ ergänzt. Dazu zählt eine hochwertige Milch zum günstigen Preis, optimal für Kaffeespezialitäten und die Verwendung in Kaffeevollautomaten.

DURCH DIE NACHT FÜR STARBUCKS LIZENZ-SHOPS

02:00 Lekkerland Logistikzentrum Oberhausen:
Fahrer Dirk Dünnebacke startet den Motor. Der Multitemperatur-LKW ist beladen mit mehreren Rollcontainern Milch und Kaffee, dazu Muffins und Sandwiches, aber auch Zubehör wie Becher und Deckel. Die Ziele seiner Tour: Starbucks Shops in Duisburg, Essen und Düsseldorf.
Je nach Warengruppe versorgt Lekkerland zwischen 140 und 162 Shops der Kaffeebar-Kette mit allem, was sie brauchen. Dabei ist Lekkerland viel mehr als nur ein Lieferant: Das Unternehmen verantwortet die gesamte Lieferkette der Starbucks Stores in Deutschland für unterschiedliche Starbucks Lizenznehmer. Von Bestandsmanagement und Einkauf über Lagerung und Kommissionierung bis zur Auslieferung.

02:30 Duisburg Hauptbahnhof:
Dirk Dünnebacke parkt den LKW vor dem Haupteingang und schiebt zwei beladene Rollcontainer ratternd durch die Ladenzeile. Der Starbucks Shop öffnet erst in drei Stunden. Der Lekkerland Fahrer holt einen Schlüssel hervor, schließt auf, schiebt die Rollcontainer durch die Tür und verriegelt diese wieder. Ungebetene Gäste sollen draußen bleiben. Nacheinander schiebt Dirk Dünnebacke die Rollcontainer durch den dunklen Shop, vorbei an Tischen mit hochgestellten Stühlen und der Verkaufstheke, zielsicher zum Lagerraum. Dort verstaut er die Ware in den Kühlschränken und Regalen.
Deutschlandweit wird knapp die Hälfte aller Shops nachts beliefert.

Die Vorteile: Der Ablauf in den Stores wird nicht durch zeitraubende Warenvereinnahmung während der Arbeitszeiten gestört und die kühlpflichtigen Artikel sind bereits zu Arbeitsbeginn durch den Fahrer eingeräumt worden. Zudem ist das Verkehrsaufkommen nachts natürlich deutlich geringer.

07:00 Düsseldorf Innenstadt:
Als es hell wird, erreicht Dirk Dünnebacke mit seinem LKW die Düsseldorfer Innenstadt. Der Starbucks Shop in den Schadow Arkaden ist schon geöffnet, und als der Lekkerland Fahrer sie betritt, geht es erst mal um Fußball. Der Store Manager ist Fan von Borussia Mönchengladbach, Dirk Dünnebackes Fußballherz schlägt für Borussia Dortmund. Die beiden kennen sich schon eine Zeit lang und fachsimpeln gerne mal über ihren Lieblingssport. Die Belieferung inklusive der Formalitäten ist schnell erledigt – die Abläufe sind vollständig digitalisiert.
Seit Juni 2015 beliefert Lekkerland die Starbucks Shops in Deutschland. Auftraggeber ist in den meisten Fällen seit April 2016 AmRest: Das polnische Unternehmen hatte damals die Mehrzahl der deutschen Kaffeebars der Kette übernommen.

10:30 Lekkerland Logistikzentrum Oberhausen:
Während die Kunden in den Stores leckeren Kaffee genießen und das Personal darauf vertrauen kann, dass im Lager genügend Vorräte vorhanden sind, ist der Arbeitstag von Dirk Dünnebacke beendet. Er parkt seinen LKW und schaltet den Motor aus.

DURCH DIE NACHT FÜR STARBUCKS LIZENZ-SHOPS
Dirk Dünnebacke

Dirk Dünnebacke beliefert Starbucks Stores im Ruhrgebiet.

DURCH DIE NACHT FÜR STARBUCKS LIZENZ-SHOPS

”Unser Ziel ist das perfekte Kundenerlebnis“

Es geht nicht nur um Digitalisierung. Es geht vor allem um Convenience. Marc Lanneau, Leiter des Bereichs Digital Business Development bei Lekkerland, wird nicht müde, das zu betonen. Oft sei aber die einfachste Lösung eine digitale. Dass diese stets clever und stabil sein muss, hat sich auch Christian Grotowsky, Kopf der Lekkerland IT, auf die Fahne geschrieben.
Alle sprechen von Digitalisierung, was verstehen Sie darunter?

MARC LANNEAU_ Denken Sie an die vielen digitalen Services, die wir alle ganz selbstverständlich heute im Alltag nutzen: Online-Banking oder Urlaub buchen im Internet. Entscheidend ist, dass diese Angebote unser Leben einfacher machen. Das ist es, was Konsumenten heute von einem Online-Angebot erwarten. Und weil wir wissen, dass diese hohe Erwartungshaltung im privaten Umfeld geprägt wird, müssen auch wir im B2B dieses Bedürfnis beantworten. Wir als Digitale Unit von Lekkerland wollen das Erlebnis für unsere Kunden so bequem und einfach wie möglich machen. Unser Ziel ist das perfekte Kundenerlebnis. Wenn eine neue Idee nicht zu einer Verbesserung des Kundenerlebnisses führt, dann wird sie nicht erfolgreich sein.

Können Sie ein Beispiel für erfolgreiche Digitalisierung geben?

MARC LANNEAU_Ein Beispiel ist der Lekkerland Handscanner: Der Shopbetreiber kann das Produkt damit bequem am Regal einscannen, Daten an unseren Lekkerland Webshop übertragen und dort direkt ordern. Diese Lösung ist branchenweit einzigartig. Mit unserer neuen Feedback-Anwendung bieten wir dem Kunden zudem in Deutschland eine Dialogmöglichkeit jenseits unserer Servicezeiten.

Marc Lanneua

MARC LANNEAU Leiter des Bereichs Digital Business Development bei Lekkerland

Wie arbeiten die verschiedenen Bereiche bei Lekkerland hier zusammen?

MARC LANNEAU_Bei einem digitalen Transformationsprozess geht es darum, das volle Potenzial des Unternehmens freizulegen. Deshalb funktioniert das auch nur im Zusammenspiel aller Abteilungen.

CHRISTIAN GROTOWSKY_Ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen ist unsere Sales Companion App, der intelligente Begleiter für den Vertrieb. Die App ist in enger Zusammenarbeit mit dem Vertrieb entstanden. Basierend auf unserem Customer Relationship Management (CRM) System ermöglicht sie dem Außendienst den bequemen Zugriff auf alle kundenrelevanten Daten von unterwegs, so dass dieser stets optimal für den Kunden­besuch vorbereitet ist und beim Beratungsgespräch auf die Daten zurückgreifen kann.

Welche Rolle spielt das Projekt Become One bei der Digitalisierung von Lekkerland?

CHRISTIAN GROTOWSKY_Become One ist das Rückgrat der Digitalisierung. Wir brauchen diese Geschäftsplattform, denn der Kern für Handelsunternehmen sind ein qualitativ hochwertiges Datenmanagement, einfache Pflege- und Kernprozesse und ein System, das einfach, sauber und stabil ist. Viele Prozesse im Unternehmen unterliegen einem laufenden Veränderungsprozess. Mit Become One als Kern sind wir gut aufgestellt, um auch in Zukunft schnell und effizient für unsere Kunden arbeiten zu können. Die Schweiz hat zum Jahreswechsel als erste Landesgesellschaft die neue Systemlandschaft erfolgreich eingeführt – ein toller Erfolg für Lekkerland und das gesamte Projektteam.

Christian Grotowsky

CHRISTIAN GROTOWSKY Leiter der IT-Tochterfirma Lekkerland information systems


Der praktische Handscanner macht Bestellungen kinderleicht.

Der praktische Handscanner macht Bestellungen kinderleicht.

Auf einen Blick:
Der digitale Shop
Lekkerland bietet seinen Kunden viele Services, die den Geschäftsalltag der Shopbetreiber erleichtern.
  • In den Webshops der Lekkerland Gruppe kann rund um die Uhr geordert werden. Die Online-Portale in Deutschland, Belgien und den Niederlanden bieten zum Beispiel praktische Auftragshilfen, Tipps und ­Infos zu aktuellen Trends und zur Shopoptimierung, intelligente Bestellvorschläge und Unterstützung beim Warenmanagement.
  • Moderne Kassensysteme haben das gesamte Waren- und Bestandsmanagement im Griff und bieten digitale Bestell- und Lieferscheine, automatische Aktualisierung der Artikeldaten und betriebswirtschaftliche Auswertungen.
  • Die Lekkerland Vertriebsmitarbeiter sind mit Tablets ausgerüstet, die sie beim Kundengespräch ideal unterstützen.
  • Die Lekkerland Fahrer sind mit sogenannten PDAs (Personal Digital Assistants) ausgestattet, die für eine erfolgreiche Tourenfahrt und eine zeitgemäße Kundenbedienung sorgen.

Gemeinsam die besten Lösungen für die Kunden finden - dieses Ziel verbindet Lekkerland mit seinen Partnern. Zahlreiche erfolgreiche Kooperationen sprechen für sich.

Kooperation E-Zigarette
Mit Volldampf voraus – Kooperation E-Zigarette
Kooperation E-Zigarette

E-Zigaretten boomen in Deutschland. 3,5 Millionen Deutsche haben im Jahr 2016 regelmäßig gedampft. Diesen Trend bedient auch Lekkerland Deutschland in enger Kooperation mit unterschiedlichen Herstellern.

Mit Volldampf voraus – Kooperation E-Zigarette

„Wir haben den E-Zigaretten-Umsatz in 2016 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt“, berichtet Peter Pütz, Director Category Tobacco bei Lekkerland. „Das war nicht zuletzt dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten möglich. Vor allem mit JTI verbindet uns eine sehr enge und vertrauensvolle Partnerschaft.“
Rund 18.000 Verkaufsstellen beliefert Lekkerland inzwischen mit E-Zigaretten, darunter Stationen nahezu aller namhaften Tankstellen-Unternehmen. Schulungen und eine intensive Beratung von Shopbetreibern und Mitarbeitern gehören selbstverständlich dazu.

Kooperation E-Zigarette
Die Erfolgsformel zur Impulseisvermarktung Die Erfolgsformel zur Impulseisvermarktung
Ice, cool & lekker: Die Erfolgsformel zur Impulseisvermarktung

Seit fast 25 Jahren bietet Lekkerland Deutschland in Zusammenarbeit mit führenden Markenherstellern, insbesondere Unilever, seinen Kunden das wohl älteste und erfolgreichste Eistruhen-Mischkonzept im Außer-Haus-Markt an. Mit „Ice, cool & lekker“ erhalten Kunden neben der auf den Standort zugeschnittenen Eistruhe für den Shop ein vielfältiges Eissortiment und darauf abgestimmte Werbemittel. „Wir sind sehr stolz, dass wir in enger Kooperation mit der Industrie ein so einzigartiges, ganzheitliches Konzept am Markt etablieren konnten“, erzählt Klaus Lützig, Director Category Food bei Lekkerland.

Die Erfolgsformel zur Impulseisvermarktung

„Kunden können aus nahezu 100 Eisartikeln, bestehend aus Klassikern und Saison-Neuheiten, wählen und erhalten von uns alles aus einer Hand.“ Über 10.000 Eistruhen hat Lekkerland aktuell am Markt platziert.

Die Erfolgsformel zur Impulseisvermarktung
Lekkerland und UNITI: Zwei starke Partner für die Zukunft

Lekkerland und UNITI, der Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen, wollen die notwendige Weiterentwicklung der Tankstellenshops gemeinsam aktiv begleiten und haben daher eine langfristige strategische Kompetenzpartnerschaft vereinbart. Übergeordnetes Ziel: die Stärkung und Weiterentwicklung des Vertriebskanals Tankstelle bei der Unterwegsversorgung.
Im Mittelpunkt der Kooperation stehen Transfer und Aufbau von Know-how der beiden Partner und die Entwicklung praxisorientierter Lösungen. „Durch einen intensiven Austausch mit den UNITI-Mitgliedern und gemeinsame, endverbraucherorientierte Konzepte aus einer Hand möchten wir die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der Mitgliedsunternehmen sichern und weiter ausbauen“, erläutert Jürgen Stolz, Senior Vice President Sales Mineral Oil Companies & QSR bei Lekkerland.
„Dabei werden wir auch die Qualität der Tankstellenshops weiter fördern, um den veränderten Anforderungen und Erwartungen der Konsumenten gerecht zu werden. Verbraucher sollen Tankstellen künftig als erste Anlaufstelle für hochwertige Convenience-­Produkte und attraktive Serviceleistungen wahrnehmen. Dafür bilden UNITI und Lekkerland eine ­perfekte Einheit.“

KENNZAHLEN NACH IFRS
in Mio. € 2016 * 2015 * 2014 * 2013 *
Ergebnis
Umsatz 13.003 12.484 11.985 11.690
EBITDA 124 103 91 91
EBIT 85 66 54 51
Jahresüberschuss 60 46 41 20
Bilanz
Bilanzsumme 1.395 1.347 1.349 1.353
Kapitalquote1 12,1 12,5 12,0 10,7
Cashflow2 114 100 37 100
Investitionen3 41 43 47 46
Mitarbeiter (Anzahl)4 4.801 4.865 4.942 5.568